Naschmarkt-Park statt Markthalle

Rendering: Vision eines begrünten Naschmarkt-Parks

10.000 m2 Asphalt, bis zu 65° Oberflächentemperatur. Null Bäume, null Aufenthaltsqualität. So präsentiert sich der Naschmarktparkplatz heute. Wir wollen statt einer Markthalle einen Naschmarkt-Park mit Aufenthaltsqüalität für Alle.

Die
Ausgangs-
Lage

Manche nennen sie Flohmarktplatte. Die meisten aber kennen die Fläche neben der U4-Station Kettenbrückengasse als Naschmarktparkplatz. Denn nichts anderes befindet sich dort: Eine riesige Abstellfläche für Kfz. 10.000 m2 Asphalt, bis zu 65° Oberflächentemperatur. Keine Bäume, keine Aufenthaltsqualität. So präsentiert sich der Naschmarktparkplatz heute.

Die Grünen Mariahilf wollen das ändern. Denn eine Asphaltwüste wie diese dürfte es in Zeiten der Klimakrise gar nicht geben. Insbesondere nicht in einem dichtverbauten Bezirk wie Mariahilf, in dem es gerade einmal zwei Prozent Grünanteil gibt.

Der
Naschmarkt-Park

In unserem Bezirk ist der Platz für Neugestaltungen begrenzt. Diese Freifläche aber bietet genügend Freiraum, um sogar einen neuen Park zu schaffen: Einen Park mit Platz für Alle. Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig Freiraum für Menschen ist. Und zwar direkt vor der Haustür, im eigenen Grätzel. Hier könnten sich AnrainerInnen erholen, hier könnten Kinder spielen, hier könnte man spazieren gehen oder FreundInnen treffen.

Neben Entsiegelungs- und großflächigen Begrünungsmaßnahmen, wo mittels Erdhügel auch Baumpflanzungen erfolgen könnten, wünschen sich die Grünen Mariahilf auf dem Flohmarktpark[Platz] viele Sitzmöglichkeiten sowie große Wasserflächen. Unter dem Flohmarktparkplatz verläuft der Wienfluss, den wir zumindest symbolisch an die Oberfläche holen wollen.

Außerdem würde offenes Wasser zur Abkühlung beitragen. Die Mariahilfer*innen leiden in den Hitzesommern besonders unter den Auswirkungen der Klimakrise.

Rendering eines begrünten Naschmarkt-Parks

Aufwertung des Flohmarkts, neuer Radspielplatz

Eine Neugestaltung würde auch den wöchentlichen Flohmarkt, dem die Corona-Krise ebenfalls stark zugesetzt hat, deutlich aufwerten. Schattige Plätze wären ein Gewinn für HändlerInnen und BesucherInnen. Der Naschmarkt-Flohmarkt ist ein fixer Bestandteil der Wiener Kultur, der Wiener Tradition und sorgt an den Wochenenden auch für Leben in den benachbarten Grätzeln des fünften und sechsten Bezirks. Er muss in einer Neugestaltung eine wichtige Rolle spielen.

Am anderen, westlichen Ende des Parkplatzes, soll schließlich ein Radspielplatz entstehen. Hier könnten Kinder auf verschiedenen Modulen das Radfahren in der Stadt trainieren. Sie könnten zum Beispiel lernen, wie man vermeidet, in Straßenbahnschienen zu geraten.

Häufig gestellte FRagen zum Naschmarkt-Park

Bäume sind für einen neuen Park am derzeitigen Naschmarkt-Parkplatz essentiell. Leider verbreiten immer mehr Menschen die Falschaussage, dass auf dieser Fläche keine Bäume gepflanzt werden können. Um hier faktenbasiert argumentieren zu können, müssen wir uns erstmal ansehen, was das für eine Fläche ist. Denn der Parkplatz ist eine Überplattung der Brückenkonstruktion die über den Wienfluss gebaut wurde.

Querschnittsskizze des Gewölbes über dem Wienfluss

Die Brückenkonstruktion widerum ist gewölbeförmig. Bis zu acht Meter tiefe, mit Erde (und Schutt) gefüllte Hohlräume lassen Platz für Wurzeln, nach oben hin kann bei Bedarf ebenso Erde aufgeschüttet werden.

Sämtliche großen Bäume am Karlsplatz zwischen den Fahrspuren wachsen ebenfalls direkt über dem Wienfluss-Gewölbe, wie ihr auch der folgenden Karte schön erkennen könnt. Diese zeigt den Bereich zwischen Karlsplatz und Secession, genauer gesagt den Girardipark, in dem etwa ein Dutzend Bäume auf und bei dem Gewölbe gepflanzt wurden. Diese wachsen dort seit teilweise mehr als 100 Jahren und haben eine Höhe von bis zu 30 Metern.
Machbar sind Baumpflanzungen definitiv, wenn man nur will.

Der Naschmarkt-Flohmarkt ist weltberühmt und steht in jedem Wiener Reiseführer. Ob in einer kommerziellen Markthalle mit fixen Ständen und Systemgastronomie Platz für die Flohmarkt-Standler:innen bleibt, ist unklar. Zu befürchten ist, dass wie beim Donaukanal die Szene-Systemgastronomie sehr viel Platz bekommt und damit erst recht wieder die Zielgruppe Tourist:innen angesprochen wird, anstatt den Anrainer:innen regionale, biologische und saisonale Produkte anzubieten.

Für die Standler:innen am Naschmarkt bedeutet das natürlich noch größere Konkurrenz, denn die Tourist:innen werden dadurch nicht magisch mehr und geben auch nicht ganz plötzlich doppelt so viel Geld aus.

Ein Park hingegen kann weiterhin
jeden Samstag als Standort für den Flohmarkt dienen. Manche meinen sogar, dass es im Grünen gleich doppelt so viel Spaß macht. Abgesehen davon ist ein Park auch immer ein Magnet, der Leute anzieht. Personen die ihre Freizeit im Park verbringen und zwischendurch hungrig und durstig werden, sind ein weitaus größerer Gewinn für den Naschmarkt, als eine Markthalle, die einfach nur mehr Konkurrenz bedeutet.

Die Bezirksvertretung Mariahilf hat einstimmig für eine Potentialanalyse sowie eine ergebnisoffene Bürger:innenbeteiligung für den Naschmarkt-Parkplatz gestimmt. Doch sowohl der Bezirksvorsteher noch die zuständige Stadträtin ignorieren ihre eigenen Beschüsse. Die Zeit ist knapp. Der Naschmarkt-Parkplatz soll schon bald verbaut werden.

Du kannst etwas dagegen tun. Mit deiner Stimme kannst du mithelfen, einen grünen Park statt einer grauen Halle zu schaffen! Lass dich nicht überrollen und unterschreibe für Park statt Halle sowie für eine ergebnisoffene Bürger:innenbeteiligung!

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