Kulturpolitik in Mariahilf

Die Kulturpolitik verdient einen weitaus höheren Stellenwert in Mariahilf. Schaut man sich das Engagement und das Budget des Bezirks an, sieht man schnell, dass Mariahilf im Vergleich mit anderen Bezirken nur durchschnittlich performt. Wir wollen das ändern! Auf dieser Seite erfährst du, wie Grüne Kulturpolitik aussieht.

Mariahilf ist einer der traditionellen Kunst- und Kulturbezirke: das Theater an der Wien, Raimund-Theater, TAG, Semperdepot, Ateliers von Künstler:innen, Architekturbüros, Kleinkunstbühnen und viele Galerien sind bei uns beheimatet. Demensprechend sollte auch die Kulturpolitik einen hohen Stellenwert bekommen.

Kulturpolitik in Mariahilf braucht budget

Damit Kulturpolitik wirklich spürbar bei den Kulturtätigen ankommt, braucht es vor allem auch das passende Budget. Das Kulturbudget und damit auch das politische Engagement für Kunst und Kultur im sechsten Wiener Gemeindebezirk ist leider nur durchschnittlich. Zwischen 2016 und 2020 hat Mariahilf im Schnitt 2,59 € pro Mariahilfer:in und pro Jahr für Kunst und Kultur im Budget eingeplant. Das sind durchschnittlich 1,35% des Gesamtbudgets des Bezirks der letzten fünf Jahre. Also verdammt wenig!

Diagramm zeigt das Kulturbudget aller 23 Bezirke im Schnitt von 2016-2020. Der Betrag wird in EURO pro Kopf dargestellt. Mit Mariahilf vergleichbare Bezirke geben deutlich mehr Geld für Kunst und Kultur aus. Der 8. liegt bei über 7 Euro pro Kopf an der Spitze.


Die Grünen Mariahilf wollen das Budget für Kunst und Kultur auf Dauer sichtbar und spürbar erhöhen und entsprechend valorisieren. Das heißt, anstelle von aktuell 85’000,- Euro Jahresbudget werden wir als neue Anfangs-Grundlage 110’000,- Euro pro Jahr für eine nachhaltige und innovative Kulturpolitik einsetzen (rd. 3,43 Euro pro Mariahilfer*in).

Wie sieht Grüne Kulturpolitik in Mariahilf aus?

Grüne Kulturpolitik heißt nicht Gießkannen-Prinzip oder Kultur-Bürokratismus. Denn Kulturpolitik erschöpft sich nicht in der Erledigung von Förderansuchen und der Verwaltung von Fördermitteln.

Grüne Kulturpolitik heißt: Räume schaffen für Kunst. Das sind einerseits Diskursräume, „Begegnungszonen“ von Öffentlichkeit, Künstler:innen und Kunstwerk: Theater, Konzert, Vernissagen, Lesungen usw. Das ist aber andererseits ganz konkrete physische Räume wie Studios, Ateliers und Werkstätten, in denen neue Kunst entsteht – dazu gehören natürlich auch materielle und finanzielle Voraussetzungen.

Ermöglichung nachhaltiger Kunstproduktion und Förderung von öffentlichkeitswirksamer Kunstpräsentation sind die beiden Standbeine Grüner Kulturpolitik in Mariahilf.

Aktive Förderung verschiedener Kunst- und Musiksparten, insbesondere der zeitgenössischen Kunst

Abgesehen von Veranstaltungen des Bezirks ist Kulturpolitik bislang vor allem als passiv-reagierende Kunst- und Kulturförderung verstanden worden. Wir wollen nicht nur Geldmittel ausschütten, sondern aktiv die Diversität in der Kunst und der Künstler:innen fördern.

Aktuelles zu
Kunst und Kultur:

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Aktive Förderung neuer Medien und neuer Kunstformen

Mit dem Atelierhaus der Wiener Akademie der bildenden Künste haben angehende Künstler*innen ein wichtiges Standbein im Bezirk. Wir wollen diese Präsenz sichtbar machen und gleichzeitig experimenteller Kunst und dem Bereich Kunst und Neue Medien besondere Aufmerksamkeit verschaffen.

Einrichtung einer dauerhaften Freiluft-Kulturbühne im öffentlichen Raum

Theater, Performance und Musik gehören auch in den öffentlichen Raum. Wir wollen dafür eine besondere Platzgestaltung, die Raum für jegliches Kunstgeschehen ermöglicht
(unter anderem mit Strom-/Wasseranschluss; eine besondere Gestaltung für Kunstschaffende und Publikum ist wünschenswert)

Ausschreibungen von persönlichen Arbeitsstipendien für Kunstschaffende und Wissenschaftler:innen

Für Künstler:innen und Wissenschaftler:innen, die entweder in Mariahilf ihren Lebens- oder Arbeitsmittelpunkt haben oder als Gäste für einige Monate im Bezirk leben und arbeiten, wollen wir gezielt Stipendien und Abeitsaufträge ausschreiben. Das kann ein „artist-in-residence“-Programm in den Sommermonaten sein, das einen Kompositions-Auftrag umfaßt, die jährliche Ausschreibung zur Stadtschreiber:in (Literatur) oder Chronist:in (Video, Fotografie) oder die Unterstützung eines Forschungsvorhabens mit Bezirksbezug.

Kunst im Öffentlichen Raum

Öffentlicher Raum ist, der allen zugänglich ist und der allen gemeinsam zur Nutzung und zum Diskurs offensteht. In diesen Diskurs mischt sich Kunst ein und mischt Kunst mit, ob queer, feministisch, gesellschaftskritisch, mahnend oder unpolitisch: Wir wollen den Dialog fördern und darum mehr Kunst im öffentlichen Raum ermöglichen.

Aktive Förderung der Vielfalt der Kulturen in Mariahilf

„Zukunft braucht Herkunft“ sagt der Philosoph Odo Marquard (1928-2015). Es geht nicht um eine gegenwartsvergessene Geschichtsseeligkeit, sondern um das Bewusstsein reicher und vielfältiger Wurzeln, auf denen wir unsere gemeinsame Zukunft aufbauen. Wir setzen keine „Leitkultur“ voraus, sondern wir bekennen uns zu den multikulturellen Identitäten, Herkunftsorten und Sehnsuchtsorten aller Mariahilfer:innen.

Stärkung der Gedenkkultur in Mariahilf:

Unsere wichtigsten Vorhaben sind die Evaluierung und Neukonzeptionierung des Gedenkens an die Mariahilfer Opfer des Nationalsozialismus, die Förderung des Bezirksmuseums als Begenungsort von Vergangenheit und Gegenwart und mehr Sichtbarkeit und Wahrnehmbarkeit von Personen der Zeitgeschichte und Gegenwartsgeschichte (seit 1990) im öffentlichen Raum des Bezirks Mariahilf.

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